Das Liebesverbrechen – Leseprobe

Die Welt zu Füssen?

Der Ozean glitzerte so verführerisch wie ein Meer aus Rohdiamanten. Er versprach Ruhm und Reichtum. Die Welt lag Ihnen zu Füssen. Der Himmel war so grenzenlos wie ihre Möglichkeiten in dieser wahnsinnigen Liebe und dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten das ganz große Glück zu finden. Gleich groß war allerdings die Gefahr, dass sie geradewegs auf ein Desaster zusteuerten. Die Flügel des Fliegers senkten sich. Der Pilot nahm Anflug auf den Flughafen von Miami…

Erfolg oder Misserfolg? Glück oder Unglück? Aufstieg oder Absturz? Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Wüssten wir es, würden Wege nicht beschritten, Geschichten nicht geschrieben und Träume nicht zu Wirklichkeit werden… Das Lied das wir für unser Leben komponieren stimmt nicht immer mit der Melodie des Schicksals überein… Zwischen Tragödie und Komödie ist oft nur ein schmaler Grad. Sind wir wirklich unseres Glückes Schmied? Oder überschätzen wir unsere Macht? Woher können wir tatsächlich wissen, welcher Schritt in höchste Höhen und welcher Tritt in ein tiefes Tal der Tränen führt? Man kann eine Entscheidung nicht verifizieren oder falsifizieren. Die unterschiedlichen Entwicklungen sind nicht vorhersehbar noch vergleichbar. „Was wäre wenn“? Ist eine Frage ohne Antwort! Und manchmal sind es gerade die steinigen Wege, die zu uns selbst führen!

Nikki kuschelte sich Trost suchend in die Arme des Woolfs. Vorsichtig. Damit die Drei Wetter Taft Turm Frisur nicht ruiniert wurde. Sie suchte Schutz. Ausgerechnet bei Mister Desaster persönlich… Ein naives Lächeln voll Liebesverblendung erstrahlte auf ihren heute himbeerfarbenen Rosenlippen. An der Seite ihres Geliebten fühlte sie sich unbesiegbar. Ganz anders stand es um die Gefühlswelt ihres Geliebten. Woolf starrte sinnierend aus dem Fenster. Er war in seiner alles andere als farbfrohen Gedankenwelt und düstersten Fantasien verloren. Die Schmähungen des Aufenthalts in Deutschland setzten ihm derb zu. Das Leben hatte ihm die Rechnung serviert. Sie war blutrot. Seine Söhne hatten ihn verraten. Sein Ex Weib wollte ihn im Knast sehen. Er war ein abhängiger Appendix seiner Rose. Ein Gefangener im Fallstrick der Ehe. Gebändigt und gezähmt wie ein Säbelzahntiger im Zoo. Ein weißer Hai im Aquarium. Sein Stolz war gefährlich verletzt. Die Pleitegeier schwebten über ihm! Sein Leben lang! Er hörte sie laut und hämisch singen. „Ahahahah!“ Die Melodie des Spottes klang schäbig. Woolf war wütend. Er hatte die Arschkarte des Universums gezogen! Sein Schicksal war die reinste Schikane! Er hatte keine Mittel mehr, sich zu wehren… 

Er war fünfzig und so grau wie ein Grab. Fazit seines Lebens: komplettes Versagen! Er konnte nicht mehr verhehlen: Er war ein Wrack von Mensch. Ein müder alter Mann der nur noch Hass empfand. Selbst sein teerreicher Treibstoff wurde rar. Zigaretten musste er wohl bald rationieren. Drogen schon seit Langem. Rock & Roll Lifestyle? Fehlanzeige. Das im Leben des KINGOFROCK. Was war mit dem Sex? Den Weibern? Erotischer Ekstase? In der letzten Zeit war er allzu monogam und hatte „Blümchensex“. Ausschließlich mit der Rose. Er verkam zum SPIESSER! Diese Spezie entsprach ganz und gar nicht seinem Selbstbild! Das musste er umgehend umkehren! Koste es was es wolle. Geld war doch sowieso billiges Papier zum Arsch abwischen befand er, der noch keines verdient hatte… Wozu gab es die Weiber? Er hatte schließlich den schönsten Schwanz der Welt. Den ließ er sich bezahlen.

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